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Als ich mal Langeweile hatte, fing ich zum Spaß an eine Geschichte zu schreiben. Nun ja, mit der Zei

1. Was soll ich nur tun? Wo soll ich hin? Diese Fragen stellte ich mir nun schon seit 2 Jahren. Da saß ich also, ohne Plan und ohne Weg in die Zukunft. Die Straße auf der ich saß war eiskalt und ich wusste, dass ich mir bald eine Bleibe für die Nacht suchen sollte. Schwer atmend rappelte ich mich auf und versuchte zumindest eine halbwegs gerade Haltung anzunehmen. Auf der Straße war nichts los. Keine Menschenseele war zu sehen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite erstreckte sich eine Reihe von Geschäften: „Beauty-Nagelstudio-Brigitte“, „Boutique de France“, „Jaqueline-Mode“ und noch viele weitere. Noch nie war ich in so einem Geschäft. Zum einem hätte ich kein Geld mir etwas zu kaufen, zum anderen würde man mich in meinen Lumpen wohl kaum hineinlassen. Ich überquerte die Straße und bog in eine Gasse links ein. Am Ende der Gasse angelangt, fand ich ein heruntergekommenes Gasthaus. Die Mauer war auf einer Seite abgebröckelt und auf dem Dach fehlten etliche Ziegeln. Das Schild mit der Aufschrift: „Gasthaus zum Raben“ hing etwas schief und bei einigen Buchstaben war die grüne Farbe schon abgebleicht. Ich fand, dass der Name gut zu dem alten Gasthaus passte. Was ich in den ganzen Jahren als Straßenmädchen gelernt hatte war: Nicht wählerisch sein! Ich klopfte an die Tür und wartete. Ich klopfte wieder. Keine Antwort. Ich wollte mich schon umdrehen, als jemand die Tür mit einem lauten Quietschen öffnete. Es war ein Mann, ungefähr 20 und zu meiner Verblüffung schien er, im Gegensatz zum Haus, sehr gepflegt zu sein. „Was willst du?“ brummte er mit einem sehr unhöflichen Ton und beäugte mich mit seinen tiefgrünen Augen. Ich wusste, dass ich sehr nett sein musste um heute eine trockene Nacht zu haben. „Entschuldigen Sie, ich habe keine Bleibe für diese Nacht und wollte Sie fragen ob ich heute bei ihnen bleiben könnte.“ „Kannst du dafür auch was bezahlen?“ „Nein“ „Dann geh wieder!“ und schon haute er die Tür zu. Ich war solche Unhöflichkeiten gewöhnt. Dies war Amerika, da schaute doch jeder nur auf seinen Vorteil. Es war eine harte Zeit bis ich begriff, dass man schon viel Glück haben musste wenn einem als Straßenmädchen etwas geschenkt wurde. Ich hatte mich aber selbst für dieses Leben entschieden, zurück ins Waisenheim würde ich unter keinen Umständen mehr gehen! Damals schwor ich mir dieses Gebäude nie wieder zu betreten. Meine gesamte Kindheit verbrachte ich dort und es war die reinste Hölle! Freunde gab es da keine. Das Motto lautete: „Der stärkere hat das Sagen“. Jeder war auf sich alleine gestellt. –Nun, das machte mir eigentlich nicht viel aus, da ich ja jetzt auch alleine auskommen musste, aber diese ständigen Regeln. Ich will frei sein und mir von niemandem etwas vorschreiben lassen! Ich ging weiter die Straße entlang, mittlerweile war es schon dunkel und eisig kalt. Bald würde der Frühling kommen und es würde nicht mehr so kalt sein, redete ich mir in Gedanken Mut zu. Ich bog um die Ecke und- Mist! Eine Sackgasse! Zwei große Müllcontainer standen in einer Ecke, in der anderen waren Müllreste auf dem Boden verteilt. Ich werde mich wohl hinter den Containern hinlegen müssen. Dort war es weniger dreckig und feucht. Hoffentlich regnet es heute nicht! Innerlich verfluchend nicht hartnäckiger am Gasthaus gewesen zu sein sank ich in einen unruhigen Schlaf.------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ 2. Ein harter Tritt in den Rücken riss mich schlagartig aus dem Schlaf. Verschlafen blinzelte ich und sah einen Jungen vor mir. „Hey was machst du hier? Weißt du denn nicht dass es hier gefährlich für kleine Mädchen ist?“ fragte mich der Junge. Ich stand auf und musterte ihn. Er war vielleicht etwas älter als ich, hatte schwarze Haare, trug eine schwarze Hose, an der eine silberne Kette herabhing und eine schwarzes, anliegendes T-Shirt mit der neongrünen Aufschrift: „The Streets“. An dem linken Ohr hatte er einen kleinen silbernen Stecker. Ich musste zugeben, er schaute wirklich gut aus. „Nun?“ , drängte er mich zu einer Antwort. Sein Ton war ungeduldig. „Ich bin kein kleines Mädchen und es geht dich gar nichts an wo ich bin und wo nicht!“, antwortete ich ihm, da ich keine Lust hatte mich von ihm einschüchtern zu lassen. Verdutzt schaute er mich an: „He du bist ja ganz schön frech! Aber mir egal, ich wollte dich nur warnen, dass dies kein Ort für Mädchen ist. Geh nach Hause.“ Hielt er mich tatsächlich für ein kleines Mädchen das mal eben schnell aus Dummheit von zu Hause ausgerissen ist?! Für so ein verweichlichtes Mädchen?! „Tja, ich hab kein zu Hause. Bin Einzelgängerin . Ich brauche auch keine Ratschläge von dir, ich habe keine Angst und komme alleine zu recht“. Er lachte: „Taffes Mädchen, nicht? Wenn du meinst, aber wenn du Schwierigkeiten bekommst, ist das nicht meine Schuld.“ Ich zeigte ihm die Zunge, kehrte ihm den Rücken und ging, ohne mich noch einmal umzudrehen. Nach der dritten Straßenecke drehte ich mich um, um mich zu versichern, dass er mir nicht folgte. So einen Besserwisser konnte ich jetzt nicht gebrauchen! Niemand da, gut so! Soll er mir doch meine Ruhe lassen! Trostlos und ohne Plan schlenderte ich die Straße entlang. Mein Magen knurrte, aber ich hatte kein Geld um mir etwas zu kaufen. Das letzte hatte ich für die Straßenbahn ausgegeben. Nach der nächsten Straßenecke kam wieder eine endlose Reihe von Boutiquen. Davor standen einige Frauen und unterhielten sich. Um diese machte ich grundsätzlich einen großen Bogen, da diese pikfeinen Damen mit ihren zu klein geratenen Hündchen jemanden wie mir mit ihren Blicken schnell klar machten, dass ich zum Abschaum gehöre und sie am liebsten gleich die Polizei rufen würden. Plötzlich sah ich wie einer dieser Frauen eine kleine Handtasche runterfiel. Diese bemerkte es jedoch nicht, da sie so viele Einkaufstüten in der Hand hatte. Lächelnd verabschiedete sie sich von ihrer Tratschfreundin und ging die Straße entlang nach unten. Das war meine Chance! So unauffällig wie möglich schlich ich den Rand des Gebäudes, an dem ich stand, entlang, huschte schnell über die Straße und rannte in Richtung der Tasche. Da sah ich links die Frau kommen. Offenbar hatte sie bemerkt dass ihre Tasche fehlte. Sollte ich umkehren? Nein! Ich war schon so nah am Ziel. Ohne noch darauf zu achten ob mich jemand sieht oder die Frau gleich hysterisch anfangen würde zu schreien, griff ich nach der Tasche und verschwand in der nächsten Gasse. Hinter mir hörte ich die Frau noch schreien: „Hilfe! Ich wurde bestohlen! Polizei!!“ , doch ich war schon längst über alle Berge. Ich suchte mir einen Platz an dem ich ungestört meine Errungenschaft durchstöbern konnte. Ob überhaupt noch Geld drin sein würde? Nachdem was die alles gekauft hatte?! Es war eine kleine zierliche, hellbraune Tasche mit zwei Henkeln auf jeder Seite und kleinen Fächern. In der Mitte befand sich ein großer Reißverschluss. Ich öffnete ihn und staunte nicht schlecht. Da war nicht nur ein aus Schlangenleder gefertigter Geldbeutel, sondern auch noch eine silberne Kette mit einem großen Stein als Anhänger. Wie viel die wohl wert ist? Außerdem auch noch ein Etui in dem zwei goldene Ringe lagen und noch ein Handy. Den Schmuck, das Handy, den Geldbeutel und die Tasche werde ich zu einem guten Preis verkaufen können und der Ertrag zusammen mit dem Geld, es waren noch ungefähr 1500$, wird ein schönes Sümmchen ergeben mit dem ich für ein Jahr mindestens ausgesorgt haben müsste. Ich brauchte ja lediglich Essen um zu überleben und dafür reichte das Geld locker. Obwohl ich mir schon überlegte nicht mal neue Sachen zum anziehen zu kaufen. Meine Jeans hatte ja schon einige Löcher und mein Schlabber T-Shirt war auch nicht mehr im besten Zustand. Während ich so in Gedanken schwelgte merkte ich gar nicht dass sich mir von hinten jemand näherte. Blitzartig drehte ich mich um. Es war ein Mann, Mitte 40, Glatze und hatte einen 5 Tage Bart. Er trug schwarze Kleider und grinste mich mit einem unfreundlichen Lächeln an. Ich drehte mich um und wollte schon weg rennen, da packte er mich am Arm. „He!“ schrie ich: „Lass mich sofort los!“. Er öffnete seinen Mund, seine Zähne waren ganz gelb, schwarz und ungepflegt und genauso roch er auch. „Gewiss doch, aber zuerst zeigst du mir mal deine Tasche, meine Liebe“. Was? Nein, nicht meine Tasche! „Vergiss es!“, schrie ich, stieß ihm mit meinem Fuß in das Schienbein und riss mich los. Er fluchte: „Zum Teufel, was fällt dir ein du kleine Göre!“ Ich rannte, so schnell ich konnte die Gasse entlang. Keuchend und ohne mich noch einmal umzudrehen sprintete ich die Straße entlang. Fast hatte ich es geschafft, als mir jemand ein Bein stellte und ich mit einem lauten Knall auf dem Boden lag. Hektisch drehte ich mich auf den Rücken um zu sehen wer das war. Es war schon wieder ein Mann, er hatte blondes, langes und zerzaustes Haar und war etwa im selben Alter wie der andere. Mein Gesicht brannte und ich spürte wie mir das Blut heiß die Wangen runter lief. Der Mann grinste mich an. Hinter ihm hörte ich Schritte. Zwei weitere Männer erschienen und umzingelten mich. Einer der beiden sagte schließlich: „Nanu? Was haben wir denn da? Wie heißt du denn?“. Ich brachte kein Wort hervor. Ein weiterer Mann kam dazu, dass war der, vor dem ich gerade weggelaufen war. „Da bist du ja! Du wertloses Stück Abfall!“ schrie er mich wütend an. „Na na na! Wir wollen doch nicht so unhöflich sein, Bud!“ sprach nun der blondhaarige zu ihm. „Von wegen! Die hat mir ins Bein gehauen, das Miststück!“ fuhr der glatzköpfige fort. Die anderen lachten. Nun sprach wieder der blondhaarige: „Ich fürchte wir müssen dir jetzt leider dein Täschchen wegnehmen, aber sie ist eh viel zu schön für dich, sie würde nicht zu deinen Lumpen passen“ und mit diesen Worten nahm er mir meine Tasche und ging fort, zusammen mit den beiden anderen. Der glatzköpfige blieb noch bei mir. „Tja, jetzt läufst du mir nicht mehr davon!“ und einige Sekunden darauf spürte ich einen heftigen Tritt gegen meinen Kopf. Plötzlich wurde alles schwarz.------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- 3. Wo war ich? Träumte ich? Ich blinzelte und sah wo ich war. Ich versuchte den Kopf zu bewegen, doch da spürte ich plötzlich einen entsetzlichen Schmerz. Da fiel mir alles wieder ein: Die Tasche, die Männer und… der Tritt gegen den Kopf. Aua!! Mit der Hand betastete ich die Beule die sich dort befand. Als ich die Hand wieder wegzog war sie voller Blut. Ich musste ja schrecklich aussehen! Mein ganzes Gesicht würde voller Blut sein. Warum musste ich auch mit meinen Wangen bremsen?! Ich hörte ein räuspern, obwohl mein Kopf pochte als wollte er zerspringen zwang ich mich meinen Kopf zu drehen. Da war ein Junge. Nicht irgendein Junge, es war der Besserwisser, der mich gewarnt hatte! Er stand auf und kam auf mich zu: „Na endlich wachst du auf, dachte schon du wärst tot als ich dich fand. Ich hab dir doch gesagt dass dies kein Ort für kleine Mädchen ist.“ Ich hatte fürchterliche Kopfschmerzen, doch das brachte mich nicht davon ab ihm zu kontern: „ Zum letzten Mal, ich bin kein kleines Mädchen! Lass mich einfach in Ruhe und geh wieder!“ Ich versuchte mich aufzurichten, doch keine Chance. „Na gut, wie alt bist du denn? Wie heißt du überhaupt?“ Er verzog das Gesicht zu einem Lächeln und ich glaubte keinen Spott darin zu sehen. „Ich bin 15, geht dich doch nichts an wie ich heiße! Und jetzt hau ab, ich brauch keinen Besserwisser wie dich!“ Er lachte: „Ach wirklich? So siehst du aber nicht aus, du kannst doch nicht mal aufstehen.“ Na schön! Ich würde es ihm wohl beweisen müssen dass ich gut ohne ihn auskam. Langsam richtete ich mich auf und obwohl ich solche Schmerzen hatte dass ich am liebsten gestorben wäre, wollte ich es mir nicht anmerken lassen und zwang meinen Körper dazu, aufzustehen. Mit wackeligen Beinen kam ich zum stehen. Doch dann knickte ich ein und wäre fast hingefallen, wenn er mich nicht in letzter Sekunde aufgefangen hätte. „Ich schätze du musst es dir eingestehen, dass du den Besserwisser doch brauchst“ Er hob mich hoch, ich musste zugeben, er war wirklich stark. Behutsam trug er mich die Straße entlang. „Wo trägst du mich hin?“ fragte ich. „Zu meinem Unterschlupf, ich kann dich ja wohl unmöglich auf der Straße liegen lassen. Übrigens, ich bin Jake. Willst du mir nicht endlich sagen wie du heißt?“ Ich zögerte, sollte ich mich wirklich einem wildfremden Jungen anvertrauen? Naja, er war eigentlich recht nett und immerhin trug er mich gerade und wollte mir helfen. „Ich heiße Samanta, aber es ist mir lieber wenn man mich Sam nennt. „Also Sam… dann werden wir dich mal von hier wegbringen.“ Ich weiß nicht wie lange er mich trug, ich konnte mir auch den Weg nicht merken da ich solche Kopfschmerzen hatte. Nach einer halben Ewigkeit kamen wir an einem verlassenen Fabrikgelände an. Überall waren verrostete Fässer. Bei genauerer Betrachtung sah ich dass jedes ein Giftzeichen drauf hatte. Mein Kopf meldete sich schon wieder und ich beschloss die Augen zu schließen. Ich hörte dass eine Tür geöffnet wurde. Wir gingen also in die Fabrik hinein. Da war eine Stimme: „ Jake, was soll das?“, es war eine männliche Stimme. „Sie lag auf der Straße, ich konnte sie nicht einfach liegen lassen“, antwortete Jake. „Na gut, aber sieh zu dass sie so schnell wie möglich wieder verschwindet.“ sagte der Mann. Dann hörte ich wie er wegging. Jake legte mich auf ein Sofa und ging dann wieder. Ich hörte wie er eine Tür zumachte. Zögernd blinzelte ich. Trotz meiner Kopfschmerzen war ich neugierig wo ich war. Ich war in einem kleinen Raum in dem nicht mehr stand als ein Sofa, ein Schrank und ein Tisch. Ich richtete mich auf und ging zur Tür. Mist! Abgesperrt! Würde er mich hier einsperren und nie wieder rauslassen? Doch dann erinnerte ich mich dass der Mann gesagt hatte, Jake soll sehen dass er mich so schnell wie möglich wieder los bekommt. Na gut, kann er haben! Ich habe nämlich auch nicht vor hier zu bleiben. Ich würde Jake gleich wenn er kommt sagen, dass ich wieder gehe. Mein Blick glitt zu dem Regal. Was da wohl drin war? Bevor ich noch groß überlegte, stand ich auch schon vor dem Regal und öffnete die Schublade. Dort war ein Ordner. Ich klappte ihn auf, aber da war nichts Besonderes drin. Nur alte Rechnungen. Gerade als ich enttäuscht den Ordner wieder zuklappen wollte, fiel ein Blatt heraus. Ich hob es auf und las: Hiermit erteile ich ihnen, Herr Blackstone, die Vollmacht, diese Fabrik für ihre Zwecke zu benutzen. Jone Hunter Herr Blackstone… ich vermutete dass dies der Mann war der mit Jake gesprochen hatte. Aber wer war Jone Hunter? Und was waren diese Zwecke für die er Blackstone die Fabrik überließ? Da ich wusste, dass ich dies heute sowieso nicht mehr herausfinden werde, beschloss ich mich hinzulegen und zu schlafen.
6.9.13 00:33
 


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